Am Jahresanfang zeigt der Motivationsdaumen meist noch steil nach oben. Deshalb ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um sich neu zu sortieren oder um einfach mal anzufangen. Zum Beispiel mit dem Selbstmachen. Und gleich stellt sich die Frage: Welches Werkzeug gehört eigentlich zu einer soliden Bastelgrundausrüstung? Um euch eine Hilfe bei der Auswahl zu geben, habe ich überlegt, worauf ich auf keinen Fall verzichten kann. Und hier sind sie: Meine absoluten Werkzeugfavoriten und ein paar passende Tipps!

Bastelmatte
Eigentlich heißt sie Schneidematte und ist genau dafür gedacht: präzises Schneiden ohne Totalschaden auf dem Tisch. Bei mir ist die robuste Unterlage aus Kunststoff allerdings auch im Einsatz, wenn gestanzt, gebohrt, geklebt, gesägt und gefärbt wird – also eigentlich immer. Dank selbstheilender, abwischbarer Oberfläche verträgt sie vieles, aber nicht alles. Übermäßige Wärme lässt die Matte wellig werden, deshalb auf keinen Fall darauf bügeln! Fragt nicht…

Schere, Bastelskalpell und Rollschneider
Die drei Musketiere des Schneidens! Wer glaubt, dass es hier um Entweder/Oder geht, der irrt gewaltig. Jedes der drei Schneidewerkzeuge hat spezielle Vorzüge und Einsatzgebiete. Die Schere ist eine Allzweckwaffe. Fäden kürzen, Klebeband zuschneiden, Rattangeflecht stutzen – eine gute Schere macht alles mit. Weil sich Papier und Stoff beim Schneiden nicht grün sind: Papier- und Stoffscheren nur für das jeweilige Material verwenden.

Papier und Tonkarton sind die Kernkompetenz des Bastelskalpells. Gerade oder gebogene Konturen, mit dem Bastelskalpell lassen sich filigranste Formen herausarbeiten. Anders als bei der Schere können Schnitte in einem Schwung durchgezogen werden und es entstehen keine kleinen Ecken. Weil die Bastelausgabe nicht umonst wie der messerscharfe Kollege aus der Chirurgie heißt, ist immer Vorsicht geboten. Finger rechtzeitig beiseite räumen und nach getaner Arbeit Schutzkappe drauf.

Der Rollschneider ist ein echtes Arbeitstier. Wenn es um Stoff, Filz, Leder und Kork geht, läuft er zu Höchstform auf. Bei dicken Materialien wie Kork sollten für eine saubere Schnittkante mehrere Schnitte erfolgen. Dabei wird das Material an der Schnittlinie immer ein Stück weiter durchtrennt. Das funktioniert mit dem Rollschneider total unkompliziert. Einer für alle und alle für einen!

Projekte: Papierkunst, Geschenkschachteln, Lederhocker

Säge und Schneidlade
Säge und Schneidlade sind echte Werkzeugklassiker, mit denen man absolut nichts falsch machen kann. Um Holz zu trennen, genügt eine kleine Japansäge. Leisten und Stäbe werden dazu einfach in der Schneidlade fixiert und passgenau zugesägt. Die Schneid- oder auch Gehrungslade sorgt mit ihren Führungsschlitzen dafür, dass die Schnitte gerade sind bzw. einen exakten Winkel haben. Neben Schlitzen für 90°-Schnitte verfügen die meisten Schneidladen auch über 45°-Führungsschlitze.

Projekte: Stabuntersetzer, Schale mit Füßen, Nudelholz-Kerzenständer

Multifunktionswerkzeug und Bohrer
Ein Multifunktionswerkzeug ist ein bisschen die eierlegende Wollmilchsau der Werkzeuge. Theoretisch kann man damit verschiedenste Dinge anstellen wie fräsen, schleifen, sägen, polieren. Bei mir wird der handliche Alleskönner meist nur monofunktional genutzt, nämlich zum Bohren – aber das sehr intensiv! Mit kleinen Bohraufsätzen lassen sich Lochmuster in Holz, Karton und Metall bohren oder Vorlagen für außergewöhnliche Stickprojekte erstellen.

Für größere Bohraufsätze braucht man eine Bohrmaschine oder zumindest einen Akkubohrer. Bohraufsätze gibt es in allen möglichen Größen und Varianten: Universalbohrer, Steinbohrer, Metallbohrer, Holzbohrer. Um  saubere Löcher in Holz zu bohren, benutze ich am liebsten einen Forstnerbohrer. Mein Tipp: Der Durchmesser 20 mm ist perfekt dazu geeignet, um tolle Kerzenständer zu bauen. Niemals nicht ohne meine Bohrer!

Projekte: Möbelfuß-Kerzenständer, Stickschachteln, Serviettenringe mit Lochmuster

Nähmaschine
Es muss nicht gleich das Schweizer Luxusmodell sein, aber wenn es sich irgendwo lohnt, mehr Geld auszugeben, dann bei einer Nähmaschine. Ich spreche aus Erfahrungen und zwar nicht aus guten. Richtig Freude kommt nämlich nur auf, wenn die Maschine rundläuft. Kissenbezüge, Taschen, Utensilos – für viele Nähprojekte kann man nicht nur Stoffe verarbeiten, sondern auch Seil, Leder und Papier. Eine unentbehrliche Funktion für mich: der automatische Nadelstopp. Der sorgt dafür, dass die Nadel im Stoff stecken bleibt, sobald man mit dem Nähen aufhört. Dadurch lässt sich das Nähstück ganz einfach drehen, ohne dass irgendwas verrutscht.

Projekte: Sitzpouf aus Wolldecke, Korb aus Seil, Bänderkissen

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